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Allgemeine Informationen
Thomm

Die Ortsgemeinde Thomm liegt an der Bundesstraße 52 auf halber Strecke zwischen Trier und Hermeskeil. Eine schöne Rundumsicht auf das Moseltal bei Schweich, die Eifelhöhen, den Osburger Hochwald mit der Hohen Wurzel (669 m) und dem Rösterkopf (708 m) und in den Hunsrück mit dem Erbeskopf (816 m) kennzeichnet die einmalige Lage dieses Dorfes.
Diese Lage wußten auch schon die keltisch-germanischen Vorfahren zu schätzen, die sich an einem in der Nähe der heutigen Bundesstraße 52 befindlichen Hinkelstein zu religiösen Riten bzw. jahreszeitlichen Bräuchen versammelten. Oder der keltische Fürst, der sich auf dem höchsten Punkt von Thomm, heutiger Distrikt "Beim Hübel", samt Wagen und Pferden hat begraben lassen. Unter den reichen Grabbeigaben befand sich auch eine etruskische Schnabelkanne, die heute im Rheinischen Landesmuseum in Trier (Weimarer Allee) besichtigt werden kann. Römische Funde im Bereich Eichbungert und auf der Carlswiese am Weg in Richtung Fell deuten auf eine Besiedlung mit römischen Einzelgehöften hin. Siedlungsreste aus mittelalterlicher Zeit finden sich im Bereich "Tompert" und im Distrikt "Eckelrech".

Eine erste schriftliche Erwähnung von Thomm findet sich im Trierer Stadtrecht, das auf etwa 1190 datiert wird.
Um diese Zeit wurde im Liber annalium iurium des Trierer Erzbischofes für Thomm ein halber Hof verzeichnet. Von Anfang des 13. Jh. stammt eine undatierte Urkunde, mit der die kreuzfahrenden Ritter Peter von Merzig und Friedrich von der Brücke die ihnen in Osburg, Waldrach, Thomm und Riveris zustehende Hunria-Gerichtsbarkeit an den Trierer Erzbischof Theoderich verpfändeten. Thomm gehörte zur Pflege (und Hochgerichtsbezirk) Waldrach des kurtrierischen Amtes Pfalzel (Stadt). Der Amtsbezirk Pfalzel umfasste insgesamt 54 Ortschaften. 25 Ämter bildeten zu dieser Zeit das Obererzstift Trier, das zusammen mit dem Niedererzstift Trier (Bereich Coblenz) das Kurfürstentum Trier ausmachte. Die kurtrierischen Lehen des Patronatsrechtes und des Zehnten von Thomm wurden in einer Urkunde aus dem Jahre 1329 von Johann von Oeren an den Trierer Schöffen Jacobus jun. als Achterlehen weitergegeben. Sie waren Bestandteil des kurfürstlichen Schenkenamtes. 1538 kamen die Lehen an die Freiherrn und späteren Reichsgrafen von Kesselstatt und verblieben dort bis zur napoleonischen Zeit.

Seit dem Mittelalter hatte der Schieferabbau für Thomm eine große wirtschaftliche Bedeutung. "Ackerer und Schieferbrecher" war die gängige Berufsbezeichnung im 18. und 19. Jahrhundert für viele Thommer, nachzulesen in den Personenstandsbüchern beim Standesamt Ruwer. Die Schieferindustrie hielt sich in Thomm bis Anfang der 1960er Jahre. Die letzte noch betriebene Schiefergrube war im Besitz der Familie des Reichsgrafen von Kesselstatt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Thomm stark zerstört. Die letzten Kriegstage, die die Bevölkerung zeitweise zum Schutz vor den Luftangriffen der alliierten Streitkräfte in alten Schieferstollen verbrachte, kann man hier nachlesen. Zum Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege wurde bei der alten Kirche ein Kriegerdenkmal errichtet.

Heute stellt sich die Ortsgemeinde Thomm als eine moderne Wohngemeinde mit einem regen Vereinsleben dar. Die gute Verkehrsanbindung in Richtung Hermeskeil/Saarbrücken sowie Trier/Luxemburg/Koblenz machen die Gemeinde zu einem guten Standort. Etwa 1100 Einwohner bewohnen den Ort im vorderen Hochwald. Die Gemarkungsfläche beträgt ca. 450 Hektar, Thomm liegt etwa 450 m ü. NN.

Eine kleine Chronik aktueller Ereignisse wurde von 1998-2009 geführt, tagesaktuelle Meldungen aus Thomm findet man heute z.B. bei Google-News. Ein Arbeitskreis des Heimat- und Verkehrsvereins hat sich im Dez. 2010 zum Ziel gesetzt, eine Dorfchronik von Thomm zu erstellen. Wer mitmachen möchte, kann sich bei Hannelore Weber melden.

Im September 2011 verstarb in Boppard Pfarrer i.R. Peter Schnepp, langjähriger Pfarrer von Thomm, im Alter von 100 Jahren. Unter seiner Leitung wurde 1964 die neue Pfarrkirche von Thomm erbaut.


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